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Tipps für Einsteiger
Allgemeines
Bärenmachen ist keine Hexerei. Was Sie für dieses Hobby mitbringen sollten, sind lediglich ein paar grundlegene Nähkenntnisse. Die mittleren und größeren Bären werden meist mit der Nähmaschine genäht, weil dies schneller geht. Wenn Sie etwas Geduld mitbringen und es Ihnen auf zwei oder drei Stunden nicht ankommt, kann aber auch das Nähen von Hand viel Freude machen, weil Sie ortsungebunden sind und sich mit anderen während des Nähens unterhalten können.

Das "richtige" Schnittmuster
Wählen Sie für den Einstieg einen einfachen, klassischen Schnitt mit Teilen, die Sie leicht voneinander unterscheiden können. Achten Sie darauf, dass der Bär nur aus einem Stoff besteht, eingesetzte Teile in anderen Farben (wie z.B. bei Pandas) sind für Anfänger schwierig zu nähen. Die ideale Größe liegt bei ca. 25-35 cm. Der Umgang mit kleineren Schnittteilen verlangt mehr Übung, und große Bären sind für den Einstieg relativ teuer. Bei den Bärenfreunde-Clubhändlern Bärenstübchen Blümmel und Probär erhalten Sie spezielle Bastelsets, die für Anfänger besonders geeignet sind.

Plüschstoffe nähen
Der Hauptunterschied zwischen dem Nähen eines "normalen" Stoffes und eines Plüschgewebes ist der, dass der Plüsch dabei wegen seines hochstehenden Flors leicht verrutscht. Wenn irgend möglich, nähen Sie daher immer in Florrichtung, das Gewebe liegt dann flacher. Stecken Sie auch alle Teile vor dem Nähen mit Stecknadeln zusammen (die Sie dann beim Nähen Stück für Stück wieder entfernen). Bei besonders kritischen Teilen wie dem Kopf empfiehlt es sich eventuell auch, die Teile von Hand mit überwendlichen Stichen zu heften.
Eine zweite Besonderheit beim Nähen von Plüschstoffen hängt mit der Länge des Flors zusammen. Wenn die Florlänge größer als die Nahtzugabe (normalerweise ca. 5 mm) ist, verdeckt der Flor des Oberteils die Kante des Unterteils. Man sieht daher nicht, ob das Gewebe beim Nähen verrutscht. Deshalb ist es wichtig, die Florhaare beim Stecken nach innen zu streichen, so dass Sie beim Nähen immer eine klare Kante haben.Nach dem Nähen streichen Sie dann von der Stoffrückseite aus die Haare aus der Nahtzugabe mit einer Bürste oder einer Nadel nach innen. Damit verhindern Sie, dass Florhaare der Nahtzugabe in der Naht bleiben und von außen zu sehen sind. Nachdem Sie die Teile gewendet und den Bären fertig gestellt haben, bürsten Sie die Nähte zum Abschluss nochmals aus, aber diesmal von der anderen Seite.

Kleine Stoffkunde
Zum Bärenmachen eignen sich eine ganze Reihe von Stoffen, wie z.B. Baumwoll- oder Synthetikplüsche. Wirkplüsche sind weniger zu empfehlen, weil sich ihr Rücken dehnt, was beim Stopfen zu Problemen führen kann. Der klassische Stoff für Bären überhaupt ist das Mohair. Sein Flor wird aus dem Fell der Angoraziege gewonnen. Sein seidiger Griff und sein Glanz machen das Mohair zu einer der edelsten Fasern, die die Natur zu bieten hat. Gutes Mohair kann aufgrund des hochwertigen Ausgangsmaterials und der aufwändigen Verarbeitung nicht billig sein, ist aber sein Geld auf jeden Fall wert. Der weltweit führende Lieferant für reine Mohairstoffe ist die Florweberei Reinhard Schulte aus Duisburg.
Plüschgewebe werden unterschieden nach der Länge, der Dichte, der Struktur und der Farbe des Flors.

  • Die Länge des Flors kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern reichen. Kurzflorige Gewebe lassen sich leichter verarbeiten, was sie für Einsteiger empfehlenswert macht.
  • Bei der Dichte des Flors unterscheidet man zwischen Sparse-Qualitäten (wenige eingewebte Haare, der Stoffrücken ist sichtbar) und dichten Qualitäten (viele eingewebte Haare lassen den Rücken nicht mehr erkennen). Einsteiger sollten zunächst zu Sparse-Qualitäten greifen.
  • Die Struktur (Textur) des Flors kann zum Beispiel glatt, gelockt, gewirbelt, gekräuselt, geknautscht oder auch antik (matt, verfilzt) sein. Hier können Sie sich ganz nach Lust und Laune enscheiden.
  • Gleiches gilt auch für die Farben. Neben einfarbigen Stoffen gibt es Bicolor-Qualitäten, bei denen Haare und Rücken eine unterschiedliche Farbe haben, sowie gespitzte Qualitäten, bei denen die Spitzen der Haare anders eingefärbt sind als der Rest.